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ref. Friedhof, Dez. 2011 - KK ref. Friedhof, Dez. 2011 - KK ref. Friedhof, Dez. 2011 - KK

26. Dezember 2011    beten    Endstation    Kontemplation    Leben    ruhen    Täglich    Zeit und Leere  

Weihnacht - auch dies

Der Friedhof liegt mitten im Dorf, gleich hinter der Bäckerei. An der bin ich viele Jahre lang immer wieder vorbei gegangen. Jetzt sehe ich: Gleich neben der Bäckerei hat es eine breite Auffahrt – und schon steht man – ohne weitere Abschrankung – vor der Abdankungshalle – und dem dorfeigenen Friedhof, der mitten in eine Wohnsiedlung gebettet ist. Oder vielmehr dürften die Häuser darum herum nach und nach gebaut worden sein.

Ich gehe hinein und ein wenig herum. Zwischen Grabmälern in einer Wand stecken Plastikrosen. Und dennoch bin ich überzeugt, dass sie erst vor kurzer Zeit hier frisch hingelegt wurden. Weihnachten ist – in der Erinnerung an Abschiede ganz besonders – manchmal auch eine schwere Zeit.

Ich bin aber überzeugt, dass jene, die uns fehlen, erst recht diese eine Botschaft hätten:

Feiert Weihnachten, trauert uns nicht nach. Haltet uns in Gedenken, und wir sind froh, wenn diese Gedanken liebevoll sind. Aber lebt, was Euch gegeben ist.

Auf Erden seid ihr oft einsamer, als wir es sind. Schaut zu Euch und widmet Euch Eurem Leben. Es will nicht vergeudet werden.

Ich habe lange überlegt, ob diese Bilder zu diesen Tagen “passend” sind. Nun: Ich widme diesen Eintrag einem Menschen, der durch diese Tage an einem Verlust ganz besonders schwer tragen dürfte – und dem ich etwas von der Ahnung wünsche, die ich oben zum Ausdruck bringe. Ja. Die Bilder gehören genau hierhin. Genau so, wie dieser Friedhof mitten ins Dorf gehört.