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die Luft ist raus - Juni 2012 - KK

24. Juni 2012    arbeiten    fliegen    funktionieren    ruhen    spielen    Täglich  

Eine Art Kater

Man kann einen Ballon noch so fest aufblasen und gut verschliessen: Irgendwann ist die Luft raus und er hängt so traurig darnieder, wie er nicht eigentlich gedacht war – wenn er nicht zuvor gar geplatzt ist.

Wir alle brauchen immer mal wieder neue Energie. Es ist nicht zu verhindern, dass sie verpufft, dass die Schwerelosigkeit verloren geht, die Belastbarkeit sinkt.

Es ist Sonntag. Früher war das ein Ruhetag. Heute kompensieren wir an dem Tag die Verluste unter der Woche: Da haben wir als Angestellte unter den Ansprüchen anderer gelitten – heute formulieren wir unsere eigenen. Was unter Umständen dazu führt, dass wir neu aufgeblasen in die nächste Woche gehen – und womöglich irgendwann, in diesem Rhythmus, der grosse Knall folgt.

Als Schaffender mit viel frei einteilbarer Zeit mache ich die Erfahrung, dass nichts so wichtig ist, wie die bewusste Vorgabe an sich selbst: Heute, Jetzt, mache ich nichts. Wirklich nichts. Ich mache frei. Punkt. Ich habe kein Programm. Nada. Null. Am Ende des Tages muss nichts dabei rausgekommen sein. Kopf leer ist nicht Flasche leer.