Lookabout

 Ich zeige, was ich sehe

was bleibt - Juni 2013 - Olympus XZ-1

2. Juli 2013    Endstation    Fassaden    kleiden    Schreibsel    Täglich    Zeit und Leere  

Was bleibt

Wenn man jemanden auf seinem letzten Weg begleitet, werden einem die besonderen Charaktereigenschaften dieser Person nochmals sehr deutlich:
Der Umgang mit Geld ist so ein Beispiel, und äussere er sich auch nur im Bemühen, niemandem zur Last zu fallen und dann darauf zu pochen, was “einem” zusteht.

Soll ich da betupft sein, den Verdacht hegen, man wolle zum Ausdruck bringen, ich wäre zu knauserig, so einfache Wünsche “einfach so” zu erfüllen.

Mitnichten. Es darf und soll nicht irritieren, dass auch und gerade die schrulligen Eigenheiten im Umgang mit Geld auch in den letzten Tagen noch eine grosse Rolle spielen: Wir müssen uns auch im Sterben erst von allem lösen, und die Tatsache, wie absurd nebensächlich dabei manches erscheint, was noch losgelassen werden muss, zeigt nur, mit wie viel Unbedeutsamem wir unseren Alltag beladen.

Bewusstes Sterben heisst auch, alle diese Dinge, diese Reflexe, ganz allmählich loszulassen. Ganz vielleicht erst dann, wenn der oder die Sterbende keine Identität mehr braucht, mit der man sich diesseits vor irgendwem rechtfertigen wollte.